„Das schöne Kind“ von Gerhard Hofweber

Hier der Artikel über Hofwebers neu erschienenes Buch „Das schöne Kind“

Danke an Alois Knoller von der Augsburger Allgemeine!

PHILOSOPHIE

Tritt ins Licht!

„Das schöne Kind“ von Gerhard Hofweber weiß vom Weg zu einem besseren Leben

Ein Philosoph erzählt. „Das schöne Kind“ heißt die Figur, die Gerhard Hofweber, der Erfinder des Augsburger Philosophy Slams, in Anlehnung an Saint-Exuperys kleinen Prinzen erfunden hat. Das Kind stellt kluge Fragen und will die Wahrheit des Menschen genau ergründen. „Dieses Buch bedeutet mir viel, weil es alles, was ich in 25 Jahren erkannt zu haben glaube, in literarischer Sprache wiedergibt“, sagte Hofweber bei der Präsentation im Textil- und Industriemuseum.

Menschen haben die Wahl, wohin ihr Leben abzielen soll. Sie treffen eine Grundentscheidung im Streben nach Glück. An diese Kreuzung gelangt auch das schöne Kind und der dortige Wächter klärt es auf, was es mit den drei Pforten, die hier abgehen, auf sich hat. Der Weg zum Besitz werde am häufigsten eingeschlagen, aber selten stelle sich auch innerer Reichtum ein, der für wirkliches Glück unabdingbar wäre. Also raffen sie immer mehr auf ihrer verzweifelten Suche. Tückisch verlaufe auch der Weg, seine Fähigkeiten zu entfalten. Denn die Menschen seien sich selbst ein schrecklicher Richter. „Sie glauben, sie müssten perfekt sein“, denn so wie sie sind, glauben sie, nicht liebenswert zu sein. Und sie verbittern, weil sie nicht die ersehnte Liebe bekommen. Doch Gerhard Hofweber schlägt in seiner Erzählung noch einen dritten Weg vor: den zu sich selbst, zum eigenen Menschsein in aller Begrenztheit.

Solche fast religiösen Wendungen gibt es oft im Buch „Das schöne Kind“. In guter Philosophenmanier macht Hofweber den Begleiter zu einem besseren Leben. Tritt über die Schwelle, tritt ins Licht!, lautet sein Appell an den Leser. Eine Hinkehr zum Eigentlichen sei immer möglich. Allerdings erfordert sie den Mut, Zwänge hinter sich zu lassen und aus dem Hamsterrad auszusteigen. „Als Inspiration für die Tiefendimension des wahren Menschsein“, schrieb der Autor ins Buch.

Hofwebers schönes Kind hört nämlich das Wimmern und Weinen des inneren Kinds in jedem von uns, das aus einem zerrissenen Herzen dringt. Denn die meisten Menschen wollen es zum Schweigen bringen und ihren Schmerz durch Äußerliches heilen, anstatt ihr inneres Kind ganz fest in den Arm zu nehmen. Ob man diesen pastoralen Tonfall mag, ist eine Frage, die sich der Leser selbst beantworten muss. Dass zweifellos einige Wahrheit in Hofwebers Erzählungen steckt, wird man spätestens mit zunehmender Lebenserfahrung erkennen. Der Autor profiliert sich als ehrlicher Lebensberater, dem die Philosophie den Blick schärft für die modernen Lebensrealitäten.

128 Seiten, Belka Verlag, 19,70 Euro. http://das-schoene-kind.de

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